Mein Blick zurück auf 2019

Ich blicke zurück auf ein sehr arbeitsintensives Jahr. Ich las viel, schrieb einige Texte, nichts Grosses.
ich habe auf meinem Blog Querfeldeins einige Bücher rezensiert, was mir grossen Spass bereitete. Dann schrieb ich beinahe täglich an meinem Bulletjournal, probierte verschiedenste Stifte aus, zeichnete viel. Im Herbst begann ich wieder damit, meine Lieblingssprachen zu trainieren: Französisch, Englisch und Latein. Ich kann das jedem empfehlen. Es macht wirklich Spass.

Ich konzentrierte mich dieses Jahr ganz auf den Beginn meiner Jagdausbildung. Ich verbrachte viel Zeit draussen und bemerkte – einmal mehr – wie gut mir das tut. Mein aus dem Thurgau stammender Name “Debrunner” bedeutet übersetzt ja schliesslich auch “Hirschtränke”.


Die Auseinandersetzung mit der Natur und allem Lebenden stärkte mich. Je mehr ich mich mit dem Wald und seinen Lebewesen befasse, desto kleiner und unwichtiger fühle ich mich. Gleichzeitig fühle ich mich verbunden. Ich kann an keinem Baum mehr vorüber gehen, ohne zu bewundern, wie stark und schön er ist und zu erkennen, wie lange es dauerte, bis er zu dem wurde, was er ist. Ich mache mir Gedanken über Lebensräume, und wie wir den Tieren immer mehr davon wegnehmen.

Unser Garten hat mich ebenfalls in seinen Bann gezogen: Er ist wilder denn je. Und mit jedem Jahr scheint mir, dass noch mehr Tiere, vor allem Vögel und Schmetterlinge, hierher in den Garten des Paulahauses kommen. Ich liebe es, sie zu beobachten. Ich pflanzte weitere Rosenstöcke an, damit auch die Bienen nebst den vielen Wildblumen etwas Schönes finden. Ich freue mich darüber, dass nun auch Eichhörnchen unsere Gäste sind.

Einige Male sind wir zur Neu-Toggenburg hinauf gewandert. Dieser Ort hat eine grosse Anziehungskraft auf mich. Dort oben werde ich ruhig. Ich sitze dann da, schaue den Krähen und den Raubvögeln zu, wie sie ihre Runden über dem Neckertal und oberhalb Lichtensteigs drehen. Ich geniesse den Blick über die Weite.

Ich verbrachte viele schöne Abende mit lieben Menschen bei gutem Essen, Gesprächen und Wein. Meine Liebe zu Lichtensteig ist weiter gewachsen. Ich besuchte Führungen, das Museum und fühle mich sehr daheim. Manchmal, wenn ich durch die Strassen der Altstadt gehe, denke ich: Hier ist bestimmt auch mein Uropa durchgelaufen. Mich tröstet das über vieles hinweg. Ich fühle mich ihm und unserer Familie dadurch verbunden.

Dann denke ich an all jene Menschen, die ich in diesem Jahr verloren habe. Es gehört zum Lauf des Lebens, dass die einen Menschen den Zug vor einem verlassen. Doch es macht mich sehr traurig. Was bleibt, sind die Erinnerungen an Gespräche und Begegnungen und die Dankbarkeit, diese Menschen gekannt haben zu dürfen.

Ich wünsche euch, liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs alles Liebe zu Weihnachten, gute Begegnungen, die Möglichkeit Freundschaften zu schliessen und das Leben zu lieben. Danke, dass ihr da seid.

Was für ein bewegtes Jahr!

Anfangs Jahr fürchtete ich mich sehr vor dem, was mir dieses 2013 bringen würde.

Meine Aufgaben wurden nicht weniger. Ich kümmerte mich nach wie vor um Paulas Haus, die Wiese, das Gehölz. Ich versuchte teilweise das Haus zu räumen, defektes Zeugs zu entsorgen. Ich mähte zum ersten Mal die Wiese. Ich schnitt den Goldregen und befreite ihn von den alten Ästen.

Der Winter dauerte aussergewöhnlich lange und ich war mehr als einmal froh, dass Paula nicht mehr in ihrem Haus lebt, sondern betreut wird. Der Toggenburger Winter ist hart!

Im Mai wurde Paula 85 Jahre alt. Wir feierten diesen Tag, indem wir gemeinsam ins Haus gingen. Paula war berührt und froh, dass sie danach wieder „nach Hause“ ins Pflegeheim gehen konnte.

Paula stürzte im Spätsommer im Pflegeheim, brach sich Knochen und erholte sich aber rasch wieder. Zwar musste sie einige Zeit mit dem Rollator herum laufen, doch mit ihrer aufgestellten und nach vorne gerichteten Art und der Unterstützung durch die aufmerksamen und liebevollen Pflegenden, schaffte sie diese schwierige Situation in der ihr eigenen Art.

Immer wieder treffe ich Menschen, die wie ich Angehörige von Menschen mit Demenzerkrankungen sind. Das Gespräch und der Austausch mit ihnen tröstet mich, denn ich bemerke immer wieder von neuem: wir sind nicht alleine. Es ist so immens wichtig, sich nicht zu verstecken, sondern über die Erfahrungen, Erlebnisse und manchmal auch sehr traurigen Begebenheiten zu sprechen. Wer schweigt, vereinsamt.

Ich bin gespannt, was 2014 mit sich bringen wird und ob sich meine Träume erfüllen. Ich bin neugierig und ängstlich, wie sich Paulas Gesundheitszustand entwickeln wird. Ich wünsche ihr so sehr, dass es ihr gut geht, sie nicht leiden muss und zufrieden ist.