Gartenerde

Im Gegensatz zu 2015, wo ich lange grippekrank darnieder lag und nicht sooooo viel im Garten tun konnte, wie ich es mir eigentlich erwünscht hatte, bin ich dieses Jahr seit Wochen aktiv.

Das lange Blumenbeet, welches ich letzten Sommer gegraben habe, ist gejätet und neu bepflanzt. Der alte Rosenstock ist geschnitten, die Forsythie ebenfalls. Auf ihre Blüten freue ich mich sehr. Auch diese Pflanze ist sehr alt. Da ein Teil ihrer Äste auf dem Hühnerstalldach abgestützt sind, habe ich mich sorgfältig daran gemacht, ihr abgestorbenes Holz zu schneiden und sie davon zu befreien.

Der alte Komposthaufen war mein Pièce de Résistance: Omi Paula hat hier nicht nur kompostierbares entsorgt, sondern auch Joghurtdeckeli, Plastik und vieles andere. Mein Vater hat mir ein Kompostsieb geschenkt und nun siebe ich geduldig die Erde durch. Es ist unglaublich, was da zusammenkommt. Es erschreckt mich auch, wie sich die Demenz ausgewirkt hat. Sie verstand den Sinn von Recycling, was ihr immer sehr wichtig war, gar nicht mehr. Ich bin froh, hat sie den Müll dort und nicht noch häufiger im Dorfbach entsorgt.

Wenn die Erde gesiebt ist, werde ich an jener Wand im Garten das Beet für die Tomaten graben. Ich erinnere mich nämlich dunkel, dass Omi dort immer Tomaten gepflanzt hat.

Ich pflanzte einen Magnolienbaum. Er ist einer meiner Lieblingsbäume. Ich mag die Blüten, die nur für kurze Zeit im Jahr da sind. Meine Freude über die vielen Primeli ist riesig. Genau so sah es hier aus, als ich noch ein Kind war.

Heute werden wir eine Blumentopfwand aufbauen. Ich freu mich darauf, den Garten weiter zu beleben und Gemüse anzubauen. Ich möchte Mosaiken legen und noch viel mehr Farbe aufs Grundstück bringen.

Und vielleicht schaffen wir es ja auch noch, dass hier irgendwann muntere Hühner (am liebsten Antwerpener Bartzwerge, Japanische Seidenhühner und Appenzeller Spitzhauben) herum rennen. Darauf freue ich mich.

 

Photoprojekt März 2014 (4)

so sah es hier 2013 aus.

 

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ich mochte Hühner schon als kleines Mädchen

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Gartenglück

Bei milden Temperaturen machten wir uns heute daran, einen Haufen alter Äste abzutragen, die hinter dem Waschbärenstall lagen. Im letzten Jahr haben wir so viele Äste geschnitten, dass man die bald einmal zum Anfeuern brauchen kann.

Der Komposthaufen war ebenfalls ein Sorgenkind.
Leider hat Omi einen Teil ihres Mülls darin entsorgt. Langsam haben Sascha und ich den Haufen abgetragen und die halb verrotteten Plastikteile entsorgt.

Der alte Hühnerstall war ebenfalls zugestellt mit allerlei Gerümpel. Jede Menge behandeltes Holz stand herum. Wir müssen dies, nicht ganz billig, entsorgen. Sascha räumte den Stall aus und wischte ihn. Als Spinnenphobikerin bin ich froh, dass er diesen Part übernommen hat. Dass er dann am niedrigen Balken noch den Kopf angeschlagen hat, trug nicht zu seiner guten Laune bei. Am eigenen Leib bekommt er zu spüren, dass die Menschen noch vor zwei Generationen wesentlich kleiner waren als heute. Zumindest in meiner Familie und im Toggenburg.

Das Gefühl, im langsam erwachenden Garten zu arbeiten, ist grossartig. Ich weiss, was ich anpflanzen will und wo. Ich weiss, was wir noch alles entsorgen müssen. Ich lese den Müll zusammen, den ich auf dem Grundstück finde. Es ist nicht wenig.

Über unserem Haus kräht einer unserer Nachbarn. Es ist eine Krähe. Er scheint uns neugierig zuzuschauen, was wir da unten treiben. Ich hoffe, er findet bald einmal den Weg in unseren Garten.

Als ich am Bach stehe, muss ich an Uromi Röös denken. Unter ihren Händen verwandelte sich der Garten in eine riesige Tulpenwiese. Ich hoffe, dass sich auch mir das Gartenglück erschliessen wird.

Omi, der Müll und ich

Es ist schon seltsam. Omi lebt seit zweieinhalb Jahren nicht mehr hier, doch ihr Dasein hat Spuren hinterlassen. Ihre Schränke sind leer, ihre alten Kleider verschwunden, ebenso ihre Schuhsammlung. Ich habe ihr Lieblingsgeschirr behalten. Ihr Lieblingsglas. Ihre Heiligenbilder.

Gestern haben wir den alten Komposthaufen befreit. Ich hab mich drauf gefreut, seine Erde für die Blumen zu gebrauchen. Leider dauerte die Freude nur kurz. Omi hat den Haufen offenbar nicht nur für verderbliche Reste gebraucht, sondern vor allem als Müllkippe. Tonnenweise Joghurtpapier, Katzenfutterdosen, Plastiksäckchen und Folien kamen zum Vorschein. Teilweise hat die Erde eine ockergelbe Farbe, so dass ich sie wohl oder übel entsorgen muss. Ein Trauerspiel.

Aber es wundert mich nicht. Omi hat sich die letzten Jahre im Haus nicht mehr gut orientieren können. Die offiziellen Müllsäcke waren ihr zu teuer. Einen Teil des Mülls hat sie verbrannt, was der Kaminfeger rasch gemerkt hat. Wo der andere Teil steckt, weiss ich jetzt.

Im alten Hühnerstall stossen wir auf Eternit-Blumenkästen. Die kann ich für die Bepflanzung brauchen. Warum Omi ein WC-Beseli (angeschimmelt) in einem der Kästen verstaut hat, werde ich nie erfahren.

Nachdem gestern meine Freundin Daniela vorbei kam und sich Stoffe ausgesucht hat, kann ich den Rest entsorgen. Ein Teil der Stoffe ist „rostig“ oder brüchig. Nicht mehr zu gebrauchen. Das gibt (mindestens) eine Fuhre zur Altkleidersammlung. Einige Stoffe sind bestimmt fünfzig Jahre alt und stammen von meiner Uromi Röös. Hosenstoffe und Anzugsstoffe behalte ich. Aber alles, was nicht mehr gut beisammen ist, kommt weg. Und das ist gut so.