Köln by night

Der gestrige Abend war ein Highlight durch und durch.
Wir wurden von einer Limousine im Hotel abgeholt und durch Köln zum dock.one chauffiert. Dort angekommen gabs ein Foto auf dem roten Teppich.

In der Vorhalle wurden jede Menge Getränke serviert. Es gab ein tolles Buffet. Dann trudelten die Menschen ein. Viele Menschen. Für meinen Geschmack fast zu viele. Ich mags nicht so, wenn man mich anrempelt.

Dann ging die Feier los. Ich sass da und war aufgeregt. Ich glaube in jenem Moment wurde mir bewusst, wie wertvoll die Nominierung und das Drumherum ist.

Da waren Teams von fünf, acht, ja sogar vierzig Leuten nominiert. Ich hingegen mach mein Ding alleine. Besonders gefreut habe ich mich, als Norbert Molitor für seinen Blog „Neviges“ mit einem Preis ausgezeichnet worden ist. Mit seiner Art des Schreibens und des Fotografierens hat er ein ganz eigenes, schönes Juwel geschaffen. Ich war sehr berührt, als er seinen Preis entgegen nehmen durfte, denn es war spüren, mit welcher Leidenschaft dieser Mann bloggt.

Den Rest des Abends habe ich schliesslich in sehr angenehmer Gesellschaft verbracht. Ich fragte Joe Bausch, ob Sascha von uns ein Foto machen dürfte. Ich lernte einige sehr nette, interessierte Leute kennen. Ich hab gequatscht, bis ich heiser war.

Um zwei Uhr nachts schliesslich kehrten wir zurück ins Hotel. Müde, aber sehr glücklich. Voll von Eindrücken Zufrieden. Dankbar.

Was mir übrigens bewusst wurde, ist, wie viele Leute den Paulablog lesen und mögen. Das ist so wertvoll und gibt mir Energie zum Weitermachen. Ich möchte drum sehr gerne Danke sagen an alle, die mich so unterstützt haben in den letzten Wochen, sei es mit Tweets, PN’s, Mails, Kommentaren oder einfach Umarmungen im Alltag.

Werbeanzeigen

Nervosität hoch zwei

Mein Nervositätspegel steigt unaufhörlich. Bereits am Donnerstagmorgen fliege ich nach Köln. Das ist das mittlerweile vierte Mal in meinem Leben, dass ich fliege und das dritte Mal innerhalb weniger Wochen. Ich war noch nie in meinem ganzen Leben an einem Anlass wie der Preisverleihung des Grimme Online Awards. Natürlich nicht. Denn eigentlich ist mein Leben ein anderes.

Wirklich schön sind die guten Worte jener Menschen, die mich gerne haben und mir Glück wünschen. Da ist meine Kosmetikerin, die mich seit Jahren toll berät. Meine Nachbarinnen, die für mich wie Schwestern sind, meine ArbeitskollegInnen und Freunde und Freundinnen, die mir feste die Daumen drücken und mich im Alltag so stützen.

Doch neben all der Euphorie sind meine Gedanken bei Paula. Wie es ihr wohl ergeht, während ich nicht da bin? Vermisst sie mich? Was ist, wenn…?

Ich schiebe die Gedanken weg. Ich informiere Omis Beistand, dass ich vier Tage lang im Ausland bin. Für alle Fälle.
Zu gerne würde ich Omi anrufen und ihr davon erzählen. In früheren Zeiten hätte sie Dinge gesagt wie: „Ach, mein Schatz. Du machst das schon. Ich bin so oder so stolz auf dich. Ich hab dich lieb. Vergiss mich nicht!“

Natürlich vergesse ich sie nicht. Denn der Grund, warum ich überhaupt in diese ferne Stadt Köln fahren darf, ist meine Oma. Und ausgerechnet ihr kann ich es nicht erzählen.

Ich muss auch gerade jetzt im Moment an meine Mutter denken. Als 2006 die Uraufführung eines Theaterstücks stattfand, an dessen Buch ich mitgeschrieben hatte, war sie sehr gerührt und sehr stolz. Damals hätte ich nicht gedacht, dass sie bereits ein Jahr später nicht mehr an meiner Seite ist.

Stattdessen werde ich meinen Vater und seine Frau anrufen. Denn sie sind noch da.

Treibholz

Die letzten Wochen waren unglaublich.
Seit ich von der Nominierung für einen Grimme Online Award erfahren habe, werde ich auf mein Blog angesprochen. Mittlerweile wissen auch meine Arbeitskollegen davon. Es ist ein seltsames Gefühl. Ich kann mich gar nicht richtig daran gewöhnen, dass jetzt Menschen in meinem Umfeld wissen, was und dass ich schreibe.

Ich freue mich auf die Reise nach Köln an die Preisverleihung. Meine Flugangst ist plötzlich weg. Die Welt öffnet sich mir. Ich bin aufgeregt, aber nicht so sehr, wie ich gedacht habe. Es ist alles sehr surreal.

Paula hat sich vor einigen Wochen einen komplizierten Bruch zugezogen. Meine Energie und meine Gedanken galten, neben meiner Arbeit, ihr. Ich mache mir Sorgen. Ich träume von ihr. Ich fühle mich seltsam traurig.

Was tue ich, wenn sie jetzt beschliesst zu sterben? Sie mag nicht mehr leben, wenn sie Schmerzen hat. Sie will einschlafen. Das war immer ihr Wunsch.

Meiner ist es nicht.
Ich will sie nicht verlieren. Nicht jetzt. Nicht irgendwann.
Aber das Leben ist irgendwie anders.

Menschen, die mich nicht kennen, aber von der Nominierung erfahren haben, sprachen mich an, wie stolz ich jetzt sein müsste. Ich bin irritiert.

Ich bin nicht stolz.
Schreiben ist mein Stück Treibholz, an das ich mich klammere und das dafür sorgt, dass ich nicht jämmerlich ersaufe. In der Auseinandersetzung mit dem Tod gibt es keine erhabenen Gefühle wie Überlegenheit.

Mein liebster Mensch, wenn meine Oma stirbt, ist alles anders.

Kölle.

Vor einigen Wochen kriegte ich eine Mail vom Grimme Institut. Mein Blog „Demenz für Anfänger“ sei für einen Grimme Online Award nominiert. Ich fiel aus allen Wolken. Oder besser: ich bin fast ertrunken. Als mir nämlich mein Freund genau erklärte, worum es sich beim Grimme Online Award handelte, sass ich gerade in der Badewanne.

Da die Sache bis heute geheim war, durfte ich nicht darüber reden. Das fiel mir schwer. Umso mehr habe ich mich auf die Bekanntgabe gefreut.

Vor zwei Wochen habe ich dann Paula erzählt, dass „unser“ Blog für einen Preis nominiert ist. Sie fand das ganz lustig. Ich versuchte ihr zu erklären, dass ich nach Köln fliegen würde. Sie dachte nach. Köln… Köln? Es wollte ihr nicht einfallen. Ich begann ihr vom Dom zu erzählen. Sie fing an zu summen.

Aber sie erinnerte sich nicht mehr. Schliesslich sagte ich: „Das ist die Stadt, wo Willy Millowitsch herkommt.“

Sie strahlte mich an: „Milly Willowitsch? Den mag ich.“

Der ganze heutige Tag in Köln verging wie im Fluge. Ich kann noch gar nicht in Worte fassen, was ich alles erlebt habe. Ich war unglaublich berührt von der Wertschätzung, die mir und all den anderen Nominierten von Nominierungsjury entgegenkam. Ich meine, ich sass da und hab fast geheult.

Ehrlich gesagt, begreif ich es noch immer nicht. Aber das kommt schon noch. Ich freue mich auf Ende Juni, wenn die Gewinner in Köln bekannt gegeben werden.

Zur Abstimmung in Sachen Publikumspreis:

14056866989_e372224b9f_z

 

14241365862_6c3e364dcd_z

14056950409_6edf8f8dab_z

14220436986_5a9cc901bd_z