Versteck dich nicht.

Ich werde immer mal wieder gefragt, warum ich über Omi rede. Was ich mir davon verspreche, wenn ich über die Krankheit meiner Angehörigen erzähle und im Blog erkläre, was es bedeutet, wenn jemand langsam die Welt vergisst.

Ich gebe mir bei dieser Frage Mühe, keinen Wutausbruch zu kriegen.

Es ist nun mal so, dass ich immer über die Menschen gesprochen habe, die ich liebe. Ich spreche über meinen Freund, meine Eltern, meine Stiefmutter, meine Geschwister und – über Omi. Denn obwohl sie demenzkrank ist, gehört sie doch zu meiner Welt. Ich habe schon als Kind über sie geredet und ich tue auch jetzt, wo sie nicht mal mehr weiss, dass es mich gibt.

Ich wehre mich dagegen, dass es zu privat sein soll, wenn man über Menschen redet, die es selbst nicht mehr in der Gesellschaft tun können. Demenzkranke Menschen gehören dazu. Nur weil man sie nicht mehr sieht, bedeutet das nicht, dass es sie nicht gibt.

Ich bin nicht der Meinung, dass Demenz ein Makel ist.

Niemand sollte sich verstecken müssen. Über Menschliches zu sprechen, macht uns alle empfindsamer und sensibler für andere. Wer sich nicht für seinen Nächsten interessiert, wird sein Herz auch nicht für Fremde öffnen können.

Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der auch demenzkranke Menschen ein Teil davon sind. Nur weil jemand vergisst, bedeutet das nicht, dass er tot ist.

 

Hände

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zukünftiges

in den nächsten jahren werden immer mehr menschen sehr alt (und dement) werden. ich frage mich, wer diese menschen dann pflegt. sind es die angehörigen (die ja eigentlich geld verdienen müssen, um sich und den dementen angehörigen über die runden zu bringen) oder pflegekräfte aus dem in- und ausland? wie fair werden diese bezahlt? wie gut wird die betreuung unserer angehörigen sein?
fest steht, dass irgendjemand diese rechnung bezahlen muss.

wenn ich erzähle, dass ich eine oma habe, die an demenz erkrankt ist, reagieren mitmenschen distanziert und finden, das sei denn schon noch schwierig. ist es auch. noch schwieriger ist es, sich sorgen zu machen, was in zukunft ist. oder was mit einem selbst geschieht, wenn man einmal alt ist.
wer wird sich um mich kümmern, wenn ich meinen namen nicht mehr weiss und ich meine hausschlüssel ins gefrierfach stecke?