ein abend ohne paula

alle zwei wochen gehe ich in den nähkurs. das ist mein freier abend, den ich mir jeden monat hart erkämpfe. im nähkurs treffe ich frauen zwischen 20 und 75, die sich alle demselben hobby, aber jede auf ihre weise, widmen.

dieses zweistündige hineinversinken in die handarbeit, das surren und brummen der maschinen beruhigt mich total. das leben verliert während des nähens seine schwere und gewinnt an tiefe. man setzt sich mit sich selber auseinander und man kann super nachdenken. die selbst angefertigten, massgeschneiderten kleider sind quasi das sahnehäubchen.

aber es geht mir auch noch um etwas anderes: wenn ich an der arbeit bin, drehen sich alle gespräche über die klienten und das ist gut so. zuhause dreht sich alles um paula, besonders, wenn sie eine krise hat. im nähkurs treffe ich frauen, die unbeschwert von ihren kindern erzählen, grossmütter, die kleidchen für ihre enkel nähen und von ihnen schwärmen. da werden beziehungsprobleme angesprochen, ratschläge geteilt und zusammen gelacht. ich sitze da und höre zu und das tut mir gut.

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