Frühling

Ich mag diese Tage vor Ausbrechen des wahrhaften Frühlings, wenn fast alles noch schläft, aber der Schnee bereits geschmolzen ist. Ich mag die erwachenden Bäume, liebe die ersten Blumen, die ihre Köpfe farbenfroh in die Sonne recken.

Das Licht. Die Wiese. Das erste Mal barfuss laufen. Den Muschelplättchen zuhören, wie sie im Wind klimpern. Draussen rauchen. Den ersten Schnittlauch ernten. Die Forsythie, die im Sturm fiel, betrauern. Nie mehr ihre gelben Blüten sehen.

Der Frühling fühlt sich immer wieder wie eine erste Liebe an. Der Frühling ist zaghaft, vorsichtig und gleichzeitig voller Leidenschaft. Er verspricht so vieles, was im Laufe des Jahres passieren wird.

Auf meinem Tisch krabbelt ein seltsamer, grosser brauner Käfer. Er sieht aus, als wäre er viele tausend Jahre alt. Er steht da und und lässt sich den Wind über den Panzer wehen. Er bewegt sich langsam fort, als wäre er ein seltsames, aus der Zeit gekommenes Schlachtschiff.

Langsam geht die Sonne unter und es wird kühler. Ich geniesse jeden Sonnenstrahl, die Wärme und möchte am liebsten nur noch draussen sein. Der Wind bläst durch den Garten und erinnert daran, dass noch nicht Frühling ist. Aber bald.

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Gartenerde

Im Gegensatz zu 2015, wo ich lange grippekrank darnieder lag und nicht sooooo viel im Garten tun konnte, wie ich es mir eigentlich erwünscht hatte, bin ich dieses Jahr seit Wochen aktiv.

Das lange Blumenbeet, welches ich letzten Sommer gegraben habe, ist gejätet und neu bepflanzt. Der alte Rosenstock ist geschnitten, die Forsythie ebenfalls. Auf ihre Blüten freue ich mich sehr. Auch diese Pflanze ist sehr alt. Da ein Teil ihrer Äste auf dem Hühnerstalldach abgestützt sind, habe ich mich sorgfältig daran gemacht, ihr abgestorbenes Holz zu schneiden und sie davon zu befreien.

Der alte Komposthaufen war mein Pièce de Résistance: Omi Paula hat hier nicht nur kompostierbares entsorgt, sondern auch Joghurtdeckeli, Plastik und vieles andere. Mein Vater hat mir ein Kompostsieb geschenkt und nun siebe ich geduldig die Erde durch. Es ist unglaublich, was da zusammenkommt. Es erschreckt mich auch, wie sich die Demenz ausgewirkt hat. Sie verstand den Sinn von Recycling, was ihr immer sehr wichtig war, gar nicht mehr. Ich bin froh, hat sie den Müll dort und nicht noch häufiger im Dorfbach entsorgt.

Wenn die Erde gesiebt ist, werde ich an jener Wand im Garten das Beet für die Tomaten graben. Ich erinnere mich nämlich dunkel, dass Omi dort immer Tomaten gepflanzt hat.

Ich pflanzte einen Magnolienbaum. Er ist einer meiner Lieblingsbäume. Ich mag die Blüten, die nur für kurze Zeit im Jahr da sind. Meine Freude über die vielen Primeli ist riesig. Genau so sah es hier aus, als ich noch ein Kind war.

Heute werden wir eine Blumentopfwand aufbauen. Ich freu mich darauf, den Garten weiter zu beleben und Gemüse anzubauen. Ich möchte Mosaiken legen und noch viel mehr Farbe aufs Grundstück bringen.

Und vielleicht schaffen wir es ja auch noch, dass hier irgendwann muntere Hühner (am liebsten Antwerpener Bartzwerge, Japanische Seidenhühner und Appenzeller Spitzhauben) herum rennen. Darauf freue ich mich.

 

Photoprojekt März 2014 (4)

so sah es hier 2013 aus.

 

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ich mochte Hühner schon als kleines Mädchen