(m)eine Ode an @dreizehntel

Liebste Katze, mein liebes Dreizehntel

morgen ist also dein 18. Geburtstag. Meine Güte. Für eine Katzendame bist du genau im richtigen Alter. Nichts kann dich aus der Ruhe bringen, ausser vielleicht die freche Amsel, die dich manchmal vor dem Stubenfenster ärgert. Aber sonst bist du die Ruhe selbst.

Im Oktober 2002 warst du eine kleine, finöggelige Katze, ohne Schnurrbarthaare, mit einem Pilz im Gesicht, Flöhen und riesigen gelben Augen. Ich habe mich, ganz ehrlich, sofort mit Haut und Haar in dich verliebt. Ich habe mir immer eine schwarze Katze gewünscht, und indem ich dich traf, wurde dieser Wunsch erfüllt.

Ich war gerade mal 25 Jahre alt, mitten in der Ausbildung zur Agogin. Wir hatten einige Tage Seminar im Künstlerhaus Boswil im Kanton Aargau. Und plötzlich warst du da. Die erste Begegnung werde ich nie vergessen: Du warst pflutschnass vom Regen, hattest ein wunderbares Fell und vor nichts Angst. Am nächsten Morgen erfuhr ich, dass der Wirt dich totschlagen sollte. Auch er hatte wenig Freude daran. Aber offenbar hielt man dich für ein räudiges kleines Kerlchen, das jegliches Recht auf Leben verwirkt hatte.

Ich nahm dich also mit, um dich zu retten. Eine Nacht schliefst du in meinem Bett im Herberge-Zimmer. Du hast viel gefressen, viel geschlafen. In einem Karton bist du in meinem ersten Auto gereist. Natürlich hast du ihn in wenigen Momenten mit deinen scharfen Krallen zerrissen.

Autos sind deine geheime Leidenschaft. Du bist oft mit mir über Autobahnen gependelt. Wo ich war, warst du nie fern. Dein erster Tierarzt prophezeite mir: „An dieser Katze haben Sie genug für ein Leben.“
Er hat Recht.

Du warst an meiner Seite, als ich meine Mutter im Pflegeheim besuchte. Sie hatte sich so sehr eine kätzische Begegnung gewünscht. Negi, ihr geliebter Büsi war einige Jahre zuvor gestorben. Du warst da und bist ohne Scheu auf sie zugegangen. Du hast sie getröstet und mich auch. Selbst in den schlimmsten Stunden.

Ehrlich gesagt lebe ich mit dir am längsten zusammen. Nie war ich so lange bei meinen Eltern, nie mit einem Mann. Aber du warst immer da.

Als ich sehr krank wurde, warst du da. Du hast auf meiner Brust, meinem Bauch geschlafen. Du hast Trost gespendet, beharrlich deine Noms verlangt. Du bist meine treueste und liebste Freundin. Du hast den Umzug ins Toggenburg problemlos überstanden und dir das Haus erobert.

Ach, liebe Dreizehntel. Jetzt bist du 18 Jahre alt und wunderschön. Ich liebe dein morgendliches Gegurre, dein Einfordern von Milchschaum, Toni-Joghurt mit Schoggi-Aroma, deinen Blick, wenn es im Haus warm und sonnig wird.

Ich erachte es noch immer als grosses Privileg, dass wir beide uns getroffen haben. Dass du gerne auf mir schläfst, mich morgens freundlich angurrst und du uns nachts weckst, wenn grad irgend ein wildes Tier durch den Garten streicht.


Liebe Dreizehntel, du bist meine absolute Lieblingskatze! ❤

Weihnachten mit der Tanne

Heute habe ich unseren Christbaum geschmückt. Vor einigen Tagen haben wir eine Nordmanntanne im Topf gekauft. Ich mag nämlich keine abgeschnittenen Tannen. Ich mag diese wunderbaren Bäume sehr viel lieber, wenn sie mitten im Wald stehen. Ich liebe ihren Geruch und die Verschiedenheit der einzelnen Nadeln.

Als ich noch ein kleines Mädchen war, bin ich einmal mit meinem Vater in den tief verschneiten Wald gegangen, um eine Tanne zu holen. Es war – im Nachhinein – ein märchenhaftes Erlebnis. Es war kühl und hell und ich hoffte, Rehe zu sehen. Natürlich liessen sich diese scheuen Bewohner des Waldes nicht blicken.

Am 24. Dezember schmückten wir jeweils mit unserer Mutter den Christbaum. Das war eine schöne Szenerie: Der Baum war über und über mit Kugeln bestückt, zuletzt kam noch der Schokoladenschmuck an die Äste. Ich hatte derweil die Aufgabe, unsere alte Katze davon abzuhalten, im Baum herumzuklettern. Sie liebte es, die Kugeln zu schubsen, bis sie zu Boden fielen und zerbrachen.

Und nun sitze ich vor dem Baum, der mit den Christbaumkugeln meiner Urgrosseltern, meiner Grosseltern, meiner Eltern und meinen eigenen geschmückt ist. Einige der Kugeln sind uralt. Ich denke an unsere Weihnachtsfeste zurück; wie sie waren als ich noch ein Kind war und später, als sich unsere Eltern scheiden liessen, als Opi im Sterben lag und vor drei Jahren an das letzte Fest mit Omi. Unsere alte Katze findet Herumklettern im Baum eine eher doofe Sache.

So richtig Weihnachten feiern tue ich eigentlich, wenn ichs recht bedenke, nur noch an der Arbeit. Das wärmt mein Herz und ich freue mich jeweils sehr darauf, wenn unsere betreuten Menschen mit grosser Freude ihre Geschenke auspacken.

Dieses Jahr wird es etwas anders: ich hatte nach vielen Jahren wieder einmal Lust aufs Baum schmücken. Ich musste dran denken, dass wir vor fünf Jahren uns so sehr darauf freuten, endlich im Toggenburg zu leben. Es hat sich in so kurzer Zeit so vieles verändert und so vieles ist gut geworden. Und wenn ich dann Omis Krippenfiguren (und die psychedelischen Zwerge) aufstelle, ist es ein wenig, als wenn sie noch da wäre.

Schöni Wiehnacht und es guets neus Johr!

Wintergedanken

Seit über sieben Jahre schreibe ich dieses Blog und es gehört zu meinem Leben wie Herzschlag und Atmen. Wenig habe ich geschrieben während der letzten Monate, was nicht daran lag, dass nichts passiert wäre.

Ich schreibe nicht, wie es meinem Vater geht, weil er nicht will, dass ich mir darüber Gedanken mache. Sich nahe sein ist wichtiger als reden. Ich muss an den Spruch “sie ist ihm wie aus dem Gesicht geschnitten” denken und bemerke, wie unglaublich grausam dieser Satz ist, der doch so leicht in einem Gespräch fällt. Ich gleiche meinem Vater sehr. Äusserlich, und wahrscheinlich auch im Wesen.

Meine Trauer um Omi hat etwas anderem Platz gemacht. Sie ist nun bald drei Jahre tot. Ich bin ihr und Opi und meinen Urgrosseltern so dankbar, dass ich dank ihnen und dem Haus in diesem Städtli einen Ort gefunden habe, wo ich mich zuhause fühle. Ich bin angekommen. Ich bin daheim. Das ist ein Gefühl, das mir so lange in meinem Leben unbekannt war. Wenn ich abends nach Hause komme und das Haus im Dunkeln erblicke, bin ich glücklich.

Der Winter naht und ich kann die dunklen, weissen Tage kaum erwarten, so sehr freue ich mich. Ich liebe die Lichter in den alten Häusern und die Berggipfel im kalten Wind. Ich will zur Neu-Toggenburg aufsteigen und mir die Landschaft anschauen. Zu jeder Jahreszeit ist sie schön, doch im Winter sah ich sie noch nie von dort oben, diesen alten, magischen Ort.

Nun ja, ich habe mir natürlich überlegt, ob ich einfach aufhören soll mit “Demenz für Anfänger”. Es wäre eine logische, und wahrscheinlich auch kluge, Schlussfolgerung nach all den Jahren.

Aber ich mag nicht. Die Geschichte ist nicht fertig erzählt. Noch nicht.

Jeder Berg erzählt eine Geschichte

Als ich so acht oder neun Jahre alt war, habe ich mich oft gefragt, ob ich für meinen Vater eine Enttäuschung war. Ich hatte eben drei Hüftoperationen überstanden und mit Mühe wieder laufen gelernt. Es war schmerzhaft und furchtbar und eine Strapaze. Allein das war rückblickend eine grosse Leistung. Aber mein kindliches Gefühl, ihm, dem Sportler, nicht zu genügen, blieb.

Doch dann kam jener Sommer, ich glaube es war 1989 oder 1990. Ich war zwölf Jahre alt. Meine äusseren Narben waren verheilt, ich konnte wieder gehen. Nichts wünschte ich mir mehr, als mit meinem Vater bergwandern zu gehen. Schon damals war mein absoluter Lieblingsberg der Säntis. Ich bat meinen Vater, dass wir gemeinsam da hochsteigen würden.

Und so stiegen mein Vater und ich an jenem Morgen gemeinsam hoch auf den Säntis, vorbei an der Tierwis und über die Himmelsleiter hinauf auf den Gipfel. Als wir oben waren, umarmten wir uns. Mein Vater weinte vor Freude und ich tat es auch. Ich war überglücklich.

Heute musste ich plötzlich wieder an jene Wanderung denken und daran, dass mein Vater und ich sie nie wieder gemeinsam machen würden, obwohl wir damals darüber gesprochen hatten. Was wir noch alles unternehmen würden.

Ich bin etwas melancholisch. Aber noch viel mehr bin ich glücklich, dass mein Vater mit mir damals diese Wanderung gewagt hat. Und dass er mir so sein Vertrauen und vor allem das Vertrauen in meinen Körper (wieder-) geschenkt hat. Vielleicht, so denke ich, ist das die wichtige Rolle der Väter in unseren Leben.

Was sich in diesem einen Jahr geändert hat

Vor zweieinhalb Jahren ist Omi gestorben und es wird nun der dritte Geburtstag ohne sie werden. Omi und ich haben Geburtstage immer gemeinsam zelebriert und es wäre mir nie in den Sinn gekommen, ohne sie zu feiern. Auch wenn sie die letzten Jahre nicht mehr wusste, wie ich heisse, war sie im Herzen mit dabei.

Ich sorge mich um meinen Vater. Er war mir immer der Anker in meiner Welt. Zu erleben, wie er älter wird und wie er oftmals darunter leidet, schmerzt mich. Ich würde gerne mehr tun mit ihm und für ihn. Und doch leben wir unsere eigenen Leben.

Meine Auseinandersetzung mit der Jagd, den Tieren, den Bäumen und all den anderen Lebewesen gibt mir Kraft. Ich entdecke meine Liebe zu Bäumen wieder. Ich will noch mehr wissen über all das, was um mich herum lebt. Der Geruch des Waldes, einer Wiese, eines Baches macht mich glücklich.

Wir leben in unserem Haus. Es ist mein Kraftort und wenn ich im Garten bin, bin ich glücklich. Immer mehr erkenne ich, was nicht mehr ins Haus gehört und was ich ent-sorgen will. Ich hänge weniger an Dingen. Ich liebe meine Rosen. Sie blühen jedes Jahr aufs Neue. Bei den alten Pflanzen muss ich dran denken, dass sie schon bei meinen Urgrosseltern im Garten standen und blühten.

Ich lese viel. Seit ich in meinem Bulletjournal Buch führe, was ich lese, wird mir bewusst, wie sehr ich Sprache und Wörter brauche. Wenn ich schreibe, dann bin ich. Ich hänge weniger an der Vergangenheit als früher. Gewisse Wunden haben sich – endlich – geschlossen.

Ich arbeite seit über 20 Jahren im gleichen Beruf in der gleichen Firma. Meine Aufgabe als Betreuerin macht mich noch immer glücklich, auch wenn sie mir oftmals viel abverlangt. Ich staune immer wieder darüber, was ich Neues entdecke, welche Wege sich auftun und was alles möglich ist.

An Tagen wie diesem wünschte ich mir, ich könnte mit meinen Urgrosseltern und Omi und Opi, meiner Mutter und meinem Bruder auf unserer Terrasse sitzen, Rotwein oder Kirsch trinken, rauchen und über all das reden, was in den letzten Jahren, seit sie nicht mehr da sind, geschehen ist. Sie fehlen und vielleicht ist dies das einzige bittere Fazit, das ich aktuell ziehen muss.

Rauchen im Toggenburg

Im Toggenburger Zweig meiner Familie waren alle, bis auf Omi Paula, starke Raucher. Das Rauchen und Paffen wird in dieser Familie seit mindestens 100 Jahren gepflegt.

Uropa Henri traf ich immer nur mit Pfeife oder Stumpen an. Er liebte es, da zu sitzen und zu rauchen. Manchmal redete er auch ein wenig, aber ehrlich gesagt – daran erinnere ich mich nicht mehr. Auch seine Frau Rosa rauchte. Sie mochte Zigaretten und ich finde, sie sieht auf Fotos immer ein wenig verwegen aus. Beide starben im hohen Alter.

Opa Walter hingegen rauchte querbeet alles, worauf er gerade Lust hatte. Er rauchte Zigaretten, Rösslistumpen und die Stummel der Stumpen stopfte er dann noch in seine Pfeife. Es gibt praktisch kein Bild von ihm, wo er nicht eine Zigi in der Hand oder im Mund hat. Opa war Musiker und Fabrikarbeiter und ich denke, das Rauchen war Zeitvertreib, Lebensstil und Psychohygiene gleichzeitig. Er starb an Leberkrebs.

Omi Paula rauchte gar nicht. Aber, als Kioskverkäuferin wusste sie natürlich alles übers Rauchen. Sie kannte alle Marken, wusste von jedem Stammkunden, welche Zigi er kaufen wollte. noch bevor er danach fragen musste. Im Haus fand ich viele Werbeartikel von den verschiedensten Produkten. Ich liebte es, mit ihr im Kiosk zu stehen und Waren zu verkaufen und ich bedauere es, dass es jenes eine Geschäft am Obertor nicht mehr gibt. Aber dafür gibt es noch immer Iversens Tabakladen und das mag ich sehr!

Meine Mutter war Kettenraucherin. Sie rauchte nur eine Marke und das bestimmt 40 Jahre lang: Mary Long. Seltsamerweise kann ich mir meine Mutter nicht ohne Zigi im Mund oder in der Hand vorstellen. Als sie im Pflegeheim lag und ich erfuhr, dass sie an jenem einen Tag nicht mehr geraucht hatte, wusste ich, jetzt ist es zu Ende. Witzig fand ich, und man möge mir diesen Ausdruck in dieser Situation verzeihen, dass ihre Lungen bis fast am Schluss super funktionierten. Vielleicht dauerte deshalb ihr Sterbeprozess auch so lange. Als meine Mutter 2007 ihren letzten Atemzug getan hatte, schauten Omi und ich uns an und öffneten das Fenster. “Jetzt will Uschi bestimmt eins rauchen”, entfuhr es Omi und mir und wir umarmten uns, lachend und weinend.

Feiertagslaune

Seit einigen Jahren pflegen wir in unserer kleinen Familie die Tradition, an hohen Feiertagen nicht zuhause zu kochen, sondern gemeinsam in ein Restaurant zu gehen und uns dort verwöhnen zu lassen.

Das war nicht immer so. Als ich noch ein kleines Mädchen war, verbrachten meine Eltern, meine Schwester und ich Ostern und Weihnachten jeweils bei Omi Paula und Opa Walter. Dazu muss man sagen, dass das Haus im Winter jeweils sehr zugig und kalt war. Ich erinnere mich an doppelte Vorfenster, die aber auch nicht viel mehr zu einer erträglichen Raumtemperatur beigetragen hätten.

Omi kochte jeweils ihr wunderbares Voressen mit Muschelteigwaren. Es gab Rimuss für uns Kinder und Wein für die Erwachsenen. Das war meiner Erinnerung nach das einzige Rezept, das meine Omi für mehrere Personen kochen konnte. Tiefkühlprodukte wollte sie nicht servieren, obwohl sie diese für sich und Opi täglich zubereitete. Irgendwann tauchte dann Raclette auf dem Weihnachtessentisch auf, ich ass mit neun Jahren zum ersten Mal geschmolzenen Käse, und das blieb dann auch einige Jahre so.

Ich weiss nicht, auf wessen Initiative jener erste Restaurantbesuch stattfand, ich nahm an, mein Vater hat sich durchgesetzt, weil es ihm einfach zu kalt im Haus war. Wir fuhren alle gemeinsam nach Neu St. Johann ins Restaurant „Zur Mauer“, wo damals Mamis Schulfreundin und ihr Mann wirteten. Ich erinnere mich noch gut an die allgemein aufgeheizte Stimmung: Mein Opa, bereits leicht angeheitert, wünschte sich ein „Steak“. Er sprach es aber absichtlich als „Stick“ aus, was meinen Vater auf die Palme brachte. Ich nehme an, mein Opa hat das nur gemacht, um seinen Schwiegersohn zu ärgern.

Als ich von zuhause auszog, verbrachte ich die Feiertage unregelmässig bei den Eltern oder Omi. Rückblickend hat mich das damals etwas entwurzelt. Wenn ich meinen Freunden jeweils zuhörte, wenn sie über ihren „Familienschlauch“ schnödeten, machte mich das neidisch. Ich hätte auch gerne eine mehr oder weniger grosse Familie gehabt.

Nach der Scheidung ging ich ein paar Mal mit meiner Mutter zu Omi. Das jedoch war keine lustige Erfahrung: Opi war inzwischen gestorben und meine Mutter und Omi hatten das Heu nicht immer auf der gleichen Bühne. Und weil es auf Omis Tisch keinen Wein mehr gab, trug das nicht zur guten Laune meiner alkoholkranken Mutter bei.

Irgendwann brachten meine Vater und seine Frau unsere alte Tradition des Auswärtsessens wieder auf: nun fuhren wir gemeinsam nach Lichtensteig, holten Omi ab und tuckerten in Richtung Krinau.

Dort steht nämlich das wunderbare, schöne alte Restaurant „Rössli“. Es ist der Mittelpunkt des idyllischen Dörfchens. Ich weiss nicht mal mehr, warum meine Eltern genau dieses Restaurant aussuchten. Ich muss sie mal fragen…

Die nächsten Jahre verbrachten wir das Weihnachts- und oft auch das Osteressen in diesem Restaurant. Omi genoss es, mit einem wunderbaren Mahl verwöhnt zu werden, auch wenn sie jedes Mal zu Anfang beteuerte, sie hätte gar nicht viel Hunger. Sie ass den Teller genüsslich leer.

Mit den Jahren wurde das Familienessen für Omi beschwerlicher. Zwar war ihre Demenz nicht vorherrschend, aber sie fühlte sich unwohl unter Menschen, hatte Angst, sich zu blamieren und konnte nur schwer ihr geliebtes Haus verlassen. Im Restaurant war dann alles wieder gut und sie konnte es im Kreise der Familie geniessen.

2010 assen wir zum letzten Mal mit Omi im Restaurant. 2011 wohnte sie noch in ihrem Haus, weigerte sich aber, zum Auswärtsessen mitzukommen. Ab 2012 lebte sie im Pflegeheim und die Fahrt wäre für sie mit ihrer Gehbehinderung eine Tortur gewesen. Stattdessen genossen wir nun mit ihr die Weihnachtsanlässe im Pflegeheim.

Heute fahren wir (die überlebende Familie Debrunner) wieder ins Rössli Krinau. Wir fühlen uns dort sehr wohl, weil wir so viele schöne Anlässe dort erlebt haben. Auch Omis Beerdigungsessen im Januar 2017 fand dort statt. Ich bin noch immer froh darüber, denn ich konnte in diesen traurigen Momenten diesen schönen Ort mit Familie und lieben Freunden teilen.

Was unsere Familie die nächsten Jahre erwarten wird, weiss ich nicht. Aber ich weiss ganz sicher, so lange wir die hohen Feiertage, die Geburtstage gemeinsam verbringen, kommt alles gut. ❤

Ich wünsche euch allen ein schönes Osterfest!