Ein ganzes Jahr

Ein ganzes Jahr ist vergangen, seit ich einen Anruf aus Omi Pflegeheim erhielt und man mich darüber informierte, dass es wohl nicht mehr sehr lange dauern würde.
Omi hatte sich auf den Weg gemacht.

Ein Jahr später ist alles anders.
Omi ist tot. Wieder liegt Schnee. Es ist kalt.
Omi liegt auf dem Friedhof oberhalb des Städtchens.
Ich bin 40.

Ich konnte mir nicht vorstellen, wie es ohne Omi sein würde.
Das Leben geht weiter, soviel ist sicher.

Aber wie?
Die Erinnerungen sind wichtig.
Solange man sich an jemanden erinnert, ist er nicht wirklich tot.

Ich erinnere mich oft an Omi.
Aber ich weiss auch: Sie ist tot. Sie kommt nicht mehr. Ihr Leben ist Geschichte.

Ich lebe in ihrem Haus. Immer wieder treffe ich auf ihre Spuren.
Ihr Bild hängt in der Stube.
Sie würde das Haus nicht wieder erkennen.
Es ist warm. Überall stehen Bücher herum.
Meine Nähmaschinen.
Die Wände sind frisch gestrichen.

Und dennoch sehe ich uns alle noch immer, wie wir vor 30 Jahren alle gemeinsam in der kleinen Stube vor einem Berg von Geschenken sassen und nicht ahnten, was das Leben uns bringen würde.

Der Tod ist die Antwort auf alle Fragen im Leben. Irgendwann muss man einfach gehen.
Das ist der Kreislauf der Natur und das ist gut so.
Wichtig ist doch, was man aus seinem Leben macht, wie und dass man liebt. Alles andere ist unwichtig.

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