Im Garten

Heute habe ich zum ersten Mal wieder im Garten gearbeitet seit Omi nicht mehr da ist. Es war seltsam.

Ich habe die Tannzapfen unter der Tanne zusammengelesen. Omi hat die immer getrocknet und zum Anfeuern gebraucht. Wir tun es ebenso. Ich schneide die Rosen, die schon da waren, bevor Omi hier eingezogen ist vor über dreissig Jahren. Sie hatte immer grosse Freude, wenn ich ihr im Garten half, als sie es nicht mehr selber tun konnte.
Sie stand dann jeweils neben mir, schaute mir zu und motivierte mich.

Schon nach dem ersten Schnitt meinte sie jeweils: „Da chunnt guet.“ oder „Da machsch du guet, Meitli.“ oder „Bist du sicher, dass du das tun magst? Ist es nicht zu viel? Du arbeitest doch sonst so hart.“

Ich mochte es immer, für Omi im Garten was zu machen. Manchmal träumte ich davon, einen eigenen Garten zu haben.

Die Hortensienbüsche hat sie besonders geliebt. Sie hat sie vor einigen Jahren gepflanzt. Sie sind gewachsen und blühen jeden Sommer um meinen Geburtstag herum. Während ich die Stengel schneide, fährt es mir durch den Kopf: „Dieses Jahr bist du nicht dabei, Omi.“

Ich fange an, den Kompost umzuschichten und muss lächeln, weil Omi in ihren letzten Jahren im Haus so ziemlich alles im Kompost entsorgt hat. Die Sieberei war jeweils eine wahre Überraschung.

Meine Traurigkeit wird nicht weniger. Heute dachte ich mehr als einmal: gleich kommt Omi ums Haus und bringt mir einen Kaffee oder streichelt meinen Rücken.

„Warum bist du traurig?“, denke ich.
„Du fehlst, Omi.“

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