(k)ein Mittwoch

Die Tränen sitzen nicht mehr so locker wie letzte Woche.
Fast dachte ich, Normalität kehrt ein, auch wenn ich das nicht will.
Das Essen und der Urnenkranz sind bestellt.
An alles ist gedacht. Alles ist erledigt.
Der Freitag kann kommen.

Sascha gibt mir das Foto, das wir an der Beisetzung aufstellen werden.
Paula sitzt da und schaut direkt in die Kamera. Sie strahlt.
Sie wirkt total gelassen. Sie ist 88 Jahre alt und hat so vieles gesehen und erlebt.
Aber das Leben hat sie nicht zerstört. Es hat ihrem Wesen nichts anhaben können.
„Würde des Alters“ spukt mir durch den Kopf.

Ich sehe ihr Gesicht und streichle über ihre Wange.
Nur die Scheibe dazwischen.
Für einen Moment spüre ich ihre Haut.
Sie ist warm und rosig.
Ihre leuchtenden Augen.

Nie mehr deine Stimme.
Nie mehr deine Augen.
Denke ich.
Nur Schmerz.
Die Tränen wischen alles weg.
Ich atme tief ein und aus.
Alles wird gut.

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