Weihnachten mit Omi Paula

Weihnachtszeit. Bis vor wenigen Jahren habe ich mich mit Omi in Wil, Frauenfeld oder Wattwil verabredet, um Weihnachtsgeschenke einzukaufen. Omi Paula und ich konnten stundenlang durch den Manor, die EPA oder den ABM laufen.

Omi und ich besahen uns Haushaltsartikel, Kleider, Schmuck, Pflegeprodukte und Mercerie. Während wir shoppten, besprachen wir alle Probleme des Lebens. Omi bestand jeweils drauf, mir etwas zu schenken. Manchmal waren es Waschlappen in schönen Farben, Wollknäuel, eine CD. Ich schenkte Omi Blumen. Oder ein herziges Plüschtier. Dann redeten wir über Opa, meine Mutter, das Weltgeschehen und Omis Hausarzt.

Vielleicht ist deshalb seit Omis Demenzerkrankung Weihnachten nicht mehr das gleiche. Sie fehlt, obwohl sie da ist. Ohne ihr helles Lachen, ihren Gang in den schwarzen Hosen mit dem zu weiten grünen Mantel und ihrer Dauerwelle ist nichts mehr wie vorher. Omi ist ein anderer Mensch als früher. Ich kann nicht mehr einfach mit ihr herum tollen. Sie wird älter. Zwar ist sie noch immer neugierig wie ein kleines Kind, doch ich hätte Angst, mit ihr in einen grossen Laden zu gehen. Omi ist so zerbrechlich geworden.

Als meine Mutter starb, rückten Omi und ich näher zusammen. Nie wollte sie, dass ich sie verlasse. Ich ahnte nicht, dass das Vergessen sie heimsuchte. Dass alles langsam verschwand. Ich weiss nicht mal, wie sehr sie Angst hatte, alleine in dem Haus.

Ich habe dieses Jahr wenig Lust auf Weihnachtsdekoration. Vielleicht wird das nächstes Jahr im Toggenburg anders.

 

Einkaufen mit Omi

Unterwegs mit Omi 2011

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