Time after Time

Ist es wirklich schon 35 jahre her, seit er geboren wurde?
1979. Ich war zwei Jahre alt.
Ich erinnere mich an Fetzen von Gesprächen. Meine Mutter, die in dem dunkelgrün gekachelten Bad auf dem Klo sass. Sie zog sich dahin zurück, um hemmungslos zu weinen.

Ich erinnere mich an mein Kleid. Weiss-Rot. Meine Locken. Sein Grab. Quadratisch. Sehr klein. Seinen Namen.

Was mag in meiner Mutter vorgegangen sein?
Was für ein Gefühl ist es, ein Kind zu gebären und es zu verlieren und niemals wirklich zu erfahren, warum es gestorben ist?

Ich erinnere mich daran, wie ich meinen Kopf an ihren Bauch gehalten habe. Ich sehe es genau vor mir, so als stünde ich vor uns. Die Stube in Wängi. Die Wohnwand. Die Vorhänge. Sogar an die grasgrünen Gläser erinnere ich mich.

Wenn man ein Geschwisterchen kriegt, dann wird alles anders. Man spürt, nein: weiss, dass man nicht mehr alleine ist. Ich hab ihn nie gesehen. Ich hab nur noch ein Photo und einen Fussabdruck von ihm, der mir verrät, dass er einmal da war.

familie

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2 Gedanken zu “Time after Time

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