Die wilden Tiere

Die Liebe zu den wilden Tieren ist meiner Familie weit verbreitet.

Mein Urgrossvater Heinrich züchtete Waschbären. Er hielt diese in einem Stall im Toggenburg Mitte des letzten Jahrhunderts. Ich weiss nicht genau, warum er das tat. In meiner Familie war nur die Rede davon, dass er diese „lustig“ fand. Legendär und mit vielen Ausschmückungen hat mir mein Grossvater davon berichtet, dass die Waschbären ausgebrochen sind. Ich bin überzeugt, dass auch heute noch Urururururur-Enkel der Waschbären meines Urgrossvaters im Toggenburg ihr Unwesen treiben.

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Mein Grossvater Walter war ein hervorragender Beobachter. Er konnte regungslos dasitzen und den Eidechsen, die sich sonnten, zuschauen. Auch die Forellen im Bach konnte er stundenlang beobachten. Wenn er den Tieren zuschaute und ich daher kam, brauchte er nur eine einzige Geste, ein kleines Geräusch zu machen und ich verstand. Die Momente, in denen ich mit Walter die Zeit vergass, waren die friedvollsten meiner Kindheit.

Mein Vater ist ein Tierfreund. Seit früher Kindheit züchtet er Kaninchen, Hühner, hielt Tauben, Enten und Wachteln. Als kleiner Junge fand er eine weisse Krähe, wie er immer wieder erzählte. Er und seine Freunde zogen sie auf. Als sie allerdings anhänglich wurde, sorgte der Lehrer dafür, dass die Krähe in den Zoo kam.

Meine Mutter zog während mehreren Wochen eine verwaiste Ente auf. Das Patschen der kleinen Füsse auf den Holzstiegen unseres Hauses werde ich nie mehr vergessen.

2011 fand mein Vater erneut eine verwaiste Krähe. Er nahm sie mit und rettete ihr damit ihr Leben. Gemeinsam mit Heidi und Sascha haben wir sie aufgezogen.

Ich wollte keine Krähe haben. Eine Krähe ist ein wildes Tier. Kein Papagei. Keine Katze. Sie ist ein komplexes Lebewesen mit einem Sozialverhalten, das seinesgleichen sucht. Ich bin dankbar für die Zeit, die ich mit der kleinen Krähe verbringen wurde, denn für mich war es eine Art Mutterschaft auf Zeit.

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woher man kommt

Ich bin überzeugt, dass es für jeden Menschen wichtig ist, zu wissen woher er kommt. Unsere Geschichte steckt uns im Blut. Wer aus einem Kriegsgebiet stammt, Hunger erleiden oder Gewalt, welcher Art auch immer, erleiden musste, trägt dies in sich. Wer die Geschichte seiner Familie erforscht hat, bekommt eine Möglichkeit, sich mit den vererbten, unsichtbaren Dingen zu beschäftigen.

In der jüngeren Geschichte ist der zweite Weltkrieg eines der wichtigsten Themen in meiner Familie. Beide Grossväter, Hermann (1909) und Walter (1924) haben Aktivdienst geleistet. Mein Grossvater Hermann war zu Beginn des Krieges bereits 30 Jahre alt. Mein Vater wurde aber erst 1948 geboren. Hermann war ein später Vater. Meine Grossmutter Ida wurde 1913 geboren. Auch sie wurde für damalige Verhältnisse eher spät Mutter.

Was mich an den Erzählungen meines Vaters sehr fasziniert, ist die Gegenwärtigkeit des Krieges. Obwohl 1948 nicht mehr Krieg herrschte, war er für meinen Vater eine deftige Realität. Die Erzählungen über die schweren Jahre hat er aufgesogen und weiter gegeben. Dank ihm weiss ich von den Geschichten über die Damen aus Zürich, die bis tief in den Thurgau reisten, um an Lebensmitteln zu gelangen.

Mein Grossvater Walter wurde erst 1944 eingezogen. Wie schon an anderer Stelle erwähnt, war er, als Spinnereiangestellter in der Industrie, bei schlechter Gesundheit und unterernährt. Die Kriegsjahre haben ihn sehr geprägt. Sein Hass auf Hitler und gegen Deutschland war ihm eingebrannt worden. Mit grossem Stolz erzählte er mir mehr als einmal, wie er und seine Kompanie sich verweigert hätten „Hoch auf dem gelben Wagen“ zu singen, weil es eben ein Lied der Deutschen war.

Meine Grossmutter, Paula, lebte in der Nähe der deutschen Grenze. Die Bombenangriffe auf Friedrichshafen haben sie stark geprägt. Sie war noch keine 16 Jahre alt. Ihre Ängste spiegeln sich auch heute noch wider.

Anna, meine Urgrossmutter, Walters Mutter, litt während den Kriegsjahren an Brustkrebs, Sie starb 1947. Ihr Leiden muss unvorstellbar gewesen sein.

Mein Urgrossvater Heinrich, Annas Mann, rief in seiner Heimatstadt Lichtensteig mit seiner Trompete den Krieg aus, wie man mir mitteilte. Bis heute habe ich keinen photographischen Beweis dieser Sache.

Ich möchte noch weiter forschen, wissen, wer meine Vormütter und meine Vorväter waren. Ich möchte wissen, wo sie gelebt und wie sie das Leben um sich herum wahrgenommen haben.

Es ist seltsam. Ich fühle mich ihnen hier, im Thurgau, besonders nah. Mir scheint, als wären sie noch hier, als lebten sie in den alten Bäumen, den Häusern und den Landschaften weiter.

Der Tanz um die Zähne

In meiner Familie sind Zähne so eine Art Tabuthema.
ich wuchs mit fehlenden Backenzähnen und herrlich schiefen Schneidezähnen auf. Die Besuche in der Schulzahnklinik, ebenso die Begegnung mit tschechischen Zahnärztinnen, hat mich wesentlich und nicht im positiven geprägt. Für meine Eltern war das anfangs der 90er ein Grund, mich zum Kieferorthopäden zu schicken und mir eine Spange zu besorgen. Ich bin ihnen beiden noch heute zutiefst dankbar.

Doch woher kommt dieser Tanz um die schönen Zähne?
Von meines Vaters Seite her kann’s nicht kommen. Da erweisen sich die Vorfahren als zähe Beisser mit festen Zähnen.
Ganz anders sieht auf Mutter’s Seite aus:
Meine Mutter verlor während ihrer Schwangerschaft mit mir praktisch alle Zähne. Da war sie gerade mal 26 Jahre alt. Meine Grossmutter verlor alle Zähne in den Kriegsjahren, als sie an einer Hirnhautentzündung erkrankte. Ich mag gar nicht dran denken, wie sie so durch ihre Jugend kam. Ich bemerke allerdings auch heute noch, wie grosse Sorge sie ihren (künstlichen) Zähnen trägt.

Mein Grossvater Walter war in den Kriegsjahren gerade mal 20 geworden. Seine Begegnung mit einem Zahnarzt war derart traumatisch, dass er für den Rest seines Lebens keinen mehr aufsuchte.

Ein klein wenig scheine auch ich von dieser Angst ab bekommen zu haben. Obwohl ich das Glück habe, offensichtlich die Zähne meiner Vorfahren väterlicherseits vererbt bekommen zu haben, fürchte ich mich furchtbar vor Zahnarztbesuchen.

Ich schlafe schlecht. Ich schwitze. Ich habe Angst.
Heute war es wieder einmal so weit.
Ich bibberte im Wartezimmer meines (sehr fähigen und sehr netten) Zahnarztes. Ich schaue mich nicht gross um, denn der Zahnhocker für die Kinder, die Bestuhlung und die Zeitschriften verstören mich. Twitter hilft da sehr.

Doch dann holt mich die Dentalhygienikerin aus dem Wartezimmer ab, nett wie immer. Sie lenkt mich von meinen trüben Gedanken ab und das zwar etwas einseitige Gespräch (mein Mund ist voller Schläuche) hilft mir, meine Angst abzubauen. Ich schliesse die Augen und denke an einen schönen Herbsttag. Der Wind bläst mir um die Ohren. Ich entspanne mich.
Ich denke an schönere Dinge als die Geräusche. Zum ersten Mal seit Jahren laufen mir keine Tränen mehr übers Gesicht. Endlich Heilung von all diesen vererbten Gefühlen?

Dann ist die Behandlung zu Ende. Ich kann wieder meines Weges gehen und ich besitze noch immer alle meine Zähne. Als ich in mein Auto steige, wünschte ich mir für einen kurzen Moment, dass auch meine Vorfahren einen so netten, fähigen Zahnarzt gehabt hätten.

Über meine Identität

Ich habe mich ja schon an anderer Stelle über den SRF Themenmonat „Die Schweizer“ aufgeregt. Mein Groll ist noch immer nicht kleiner geworden.

Eines der Argumente, dass SRF Spielfilme über bärtige Eidgenossen jeglicher Couleur ausstrahlt, ist die sogenannte „Identitätsstiftung“. Die Fernsehzuschauer, die offensichtlich ohne das Schweizer Farben-Fernsehen nicht in der Lage sind, über ihre Identität nachzudenken, kriegen hier bunte Nachhilfe.

Ich kann darüber nur lachen.

Wer bin ich? Wie setzt sich meine Identität zusammen?

Ich bin die Tochter meiner Eltern.
Beide stammen aus ärmlichen Verhältnissen. Meine Mutter ist die Tochter eines Spinnerei-Angestellten und einer Verkäuferin. Meine Grossmutter mütterlicherseits, also Paula, war ihrerseits die Tochter eines Elektrikers und einer Hausfrau. Mein Grossvater war der Sohn eines Spinnerei-Angestellten sowie einer Serviceangestellten. Diese Seite meiner Familie zeichnet sich durch handwerkliche Fähigkeiten aus. Durch sie habe ich die Spinnereikrise im letzten Jahrhundert miterleben können.

Mein Grossvater war im zweiten Weltkrieg an der Grenze. Mehr als einmal hat er mir, ich war noch ein Kind, von seinen Erlebnissen erzählt. Diese waren weiss Gott nicht so rosig, wie der Scheiss, den unsere Lehrer verbreiteten. Mein Grossvater hielt nicht viel von Patriotismus, ebenso mein Urgrossvater, der ebenfalls im Krieg, allerdings im ersten Weltkrieg, war. Ich diskutierte sehr viel mit meinem Grossvater über dieses Bild des tapferen Eidgenossen. Aus den Erzählungen meines Grossvaters schloss ich sehr früh, dass Krieg eine schreckliche Sache ist und nicht, wie unterrichtet heroisch. Dass ich mich später kritisch zu Wort meldete, als unser Lehrer mal wieder von den Eidgenossen schwärmte, war nicht besonders hilfreich. Auch meine Fragen nach dem Verbleib und der Rolle der Frauen kamen nicht besonders gut an. So etwas fragte man in Ende der 80er Jahre im Thurgau nicht. Es wird heute wohl nichts anders sein.

Paula erzählte mir früher oft von den Bombenangriffen auf Konstanz, deren Auswirkungen sie bis nach Wil mitbekam. Ihre Ängste zu sterben, waren allgegenwärtig. Als der Golfkrieg ausbrach, ging sie als erstes Vorräte anschaffen. Heute, da sie an Demenz erkrankt ist, sind die damaligen Erlebnisse und Ängste allgegenwärtig.

Mein Vater ist ein Bauernsohn.
Ich verdanke ihm die Einsicht in das Leben der Bauern während und nach dem Krieg. Er hob immer wieder besonders die Rolle meiner Grossmutter hervor. Sie hatte in den Kriegsjahren den Hof ganz alleine geführt. Es ist mir heute noch ein Rätsel, wie sie das geschafft hat. Wahrscheinlich fühle ich mich auch deshalb sehr mit ihr verbunden, weil sie eine starke, tatkräftige Frau war, die sich von nichts abschrecken liess.

Identität kann nur entstehen, wenn man sich mit seiner EIGENEN Geschichte auseinandersetzt. Das bedingt, dass man seine Vorfahren kennt und sich für deren Leben interessiert. Viele Verhaltensweisen und Haltungen werden einem plötzlich klar. Für diese Erkenntnis brauche ich keine bärtigen Eidgenossen und keine nackten Hintern. Die Antwort liegt in mir selber.

Die grosse Nähe

Als ich noch ein kleines Mädchen war, konnte ich es nur schwer ertragen, wenn ich von meiner Omi Paula getrennt war. Wenn sie uns besuchte, kroch ich fast in sie hinein. Sie war mir die liebste, die herzlichste Frau. Sie und ich, das war eines.

Heute bin ich 36, Paula bald 86. Seit über einem Jahr lebt Paula in ihrem Pflegeheim. Sie wird Tag und Nacht umsorgt.

Meine Schuldgefühle haben abgenommen, wohl weil Paula im Heim angekommen ist und sich sichtlich wohlfühlt. Doch es gibt auch noch andere Gründe. In meiner Tätigkeit als Ausbilderin erlebe ich mit, vor welche Probleme die Pflegenden gestellt werden. Über die Löhne schweige ich mich aus. Auch über den Umgang der Schweizer Klienten mit ihren Pflegenden, die mehrheitlich aus Südosteuropa stammen.

Aber ich erlebe mit, wie die jungen Pflegenden trotzdem liebevoll und professionell pflegen. Mit einem Mal fühle ich mich klein. Denn ganz im Ernst: einen fremden Menschen pflegen, ist anspruchsvoll. Aber den eigenen, liebsten Menschen tagtäglich zu pflegen, ohne Pause, ist selbst für mich ein unerträglicher Gedanke.

Der Artikel hier hat mich sehr nachdenklich gemacht. Ich musste daran denken, dass wenn ich vielleicht nicht so einen tollen Job hätte, Paula weniger Vermögen und ich näher wohnen würde, ich in derselben Situation gewesen wäre. Ich hätte Paula gepflegt und wäre total überfordert.

Gewalt in der Pflege passiert so schnell. Man ist gestresst, demente Klienten können selber auch sehr rabiat sein und schon ist es geschehen.

Deshalb ist es unglaublich wichtig, dass Frauen und Männer, die in der Altenpflege arbeiten, eine gute Ausbildung erhalten und wissen, wie sie bei Überforderung reagieren müssen. Noch sehr viel wichtiger ist aber, dass wir, die wir nicht in diesem Bereich arbeiten, diesen Menschen unseren Respekt für ihre Tätigkeit erweisen. Sätze wie: Füdli putzen kann ja wohl jeder sind einfach daneben. Ganz egal, ob ein Bauarbeiter oder ein Politiker sie macht…

Geschichte von unten

Die Bloggerin @nightlibrarian hat mich auf einen Gedanken gebracht, der mich unterschwellig schon lange verfolgt und nun wieder von neuem aufgebrochen ist.

Wer sind unsere Vorfahren und Vorfahrinnen?
Wenn die Geschichtsschreibung die Frauen und deren Leben auslässt, weil es zu uninteressant ist, bleibt doch nichts anderes übrig, als selber zu forschen.

Anhand von Photos kann ich nachvollziehen, was meinen Vorfahrinnen wichtig war. Die Reise in die Vergangenheit ist spannend, berührend und oft auch tränenselig.

Indem ich sie auf den Photos sehe, bemerke ich, wie sehr sie fehlen. Doch wenn ich die Bilder, die Sujets analysiere, bin ich ihnen nahe.

Rosa hat beispielsweise ihr Eheleben dokumentiert. Viele Photos zeugen von gemütlichen Nachmittagen auf der Terrasse mit Ehemann, Hund und Kaffee. Anders Paula: Sie hat ihr Leben lang gearbeitet. Sie photographierte ihre Arbeitsplätze, später uns Enkelinnen oder Pilgerreisen nach Lourdes.

Meine Mutter hingegen hat viele Photos ihres späteren Ehemannes, meines Vaters gemacht. Die Flitterwochen, Ausflüge, Abende zuhause hat sie liebevoll dokumentiert. Auch das spätere Familienleben hat sie photographiert, was wohl dazu führte, dass von ihr nur wenige Bilder vorhanden sind.

Die Frauen in meiner Familien lassen mich nicht kalt. Ich will und muss mehr über sie wissen, um mich selber besser kennen zu lernen und zu verstehen.

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Rosa und ich

Rosa war meine Urgrossmutter, die einzige, die ich je gekannt habe. Sie war die zweite Frau von Heinrich. Eigentlich war sie meine Stief-Urgrossmutter, doch das war irgendwie nie wichtig.

Rosa, oder „Röös“, wie sie von meinem Opa und meinem Urgrossvater Heinrich genannt wurde, war Ende der 70er Jahre eine alte Frau. Sie war immer noch ein Stück jünger als Heinrich, der damals um die 90 war. Rosa wirkte auf mich so, wie man sich eine Kräuterfrau vorstellte. Ihr Gesicht war faltig. Sie trug manchmal arg strapazierte Kleidung. Sie, war wohl, wenn ich es mit Paula vergleiche, auch in einem Zustand beginnender Demenz, damals.

Jetzt, wo ich Paulas Haus aufräume, das Haus, das einmal Rosa und Heinrich gehört hat, stosse ich überall auf Rosas Spuren. Die Strickmaschinen. Die vielen Schuhe. Bestimmt sind auch noch jede Menge Kleider irgendwo in den Schränken. Den Samowar habe ich schon entsorgt. Jede Menge Andenken an Brandenburg und die Havelmündung stehen herum. Auf Bildern und Negativen blickt mir eine herbe, aber selbstbewusste Frau entgegen.

Ich kenne Rosas Schicksal nicht genau. Fest steht nur, dass sie nach dem Krieg und nach Annas Tod 1947 meinen Urgrossvater geheiratet hat. Bald einmal zogen sie in das Haus. Rosa hatte Kinder, die aber hinter dem eisernen Vorhang aufwuchsen. Es gibt Bilder von ihnen, aber ich weiss nicht mal, wie sie heissen.

Jetzt, mit 36, dreissig Jahre nach ihrem Tod, entdecke ich Rosa ganz neu.
In den letzten Monaten, die Paula in ihrem Haus verbracht hat, war Rosa mehr als präsent. Paula hat mit ihr, der verhassten Schwiegermutter abgerechnet. Der Konflikt zwischen Rosa und Paula hatte kurz vor Rosas Tod fast zu einer Trennung zwischen Paula und Walter geführt.

Paula, gefangen in der Vergangenheit des Hauses, stiess immer wieder von neuem auf Rosas Gegenstände. Für Paula war klar, dass Rosa schuld war an dem Durcheinander, dem Verschwinden wichtiger Dinge und überhaupt an Paulas psychischem Zustand.

Ich schaue Rosas Porträts an und erkenne mich selbst wieder. Wie ich, war auch sie eine Frau, die sich gerne fotographieren liess, die Tiere liebte, ihr Haus einrichtete, gärtnerte, mit ihrem Mann kuschelte, rauchte und schöne Kleider trug.

Heinrich, damals 94, schrie im Frühling 1983 nach seinem Sohn Walter, der ihn und Rosa pflegte. Walter fand Rosa tot am Boden liegend vor. Heinrich überlebte ihren Tod kein Jahr. Aber irgendwie ist Rosa noch heute nicht fort, aus ihrem Haus.

9. August 1925img324   img291img100