kommunikation ist glückssache

wie schon vor einem monat gibt es bei einem altersheimeintritt sehr viele probleme, aber auch helfer.

als ich vor bald zwei jahren mit der spitex eine unterstützung für paula zum erledigen ihrer finanziellen dinge suchte, war ich froh, dass ich schnell hilfe bekam. herr muheim, mitarbeiter des gemeinnützigen vereins x, kam vorbei und erklärte paula, sascha und mir, wie wir vorgehen sollten. für paula war es damals noch klar, dass ich ihre finanziellen belange übernehmen sollte. ich wusste, dass ich das nicht wollte. herr muheim versprach, dies für die ersten monate zu übernehmen.

vor über einem halben jahr übergab er sein ämtli dann an seine mitarbeiterin frau ganzgenau. man kann seit dem letzten erlebnis sagen, dass frau ganzgenau und ich das heu nicht auf der selben bühne haben. gestern schickte mir sascha ein sms, dass frau ganzgenau mich anrufen würde. sie hatte ihm nicht sagen wollen, warum es ging, obwohl er ihr gesagt hatte, ich sei in einem seminar.

frau ganzgenau rief mich dann auch mitten im mittagessen an und kam sehr schnell auf den punkt.
„im oktober wurden vom konto ihrer grossmutter 300.- abgehoben. ich finde keinen beleg.“
ich zucke kauend die schultern.
„keine ahnung.“
„da muss aber eine quittung vorhanden sein.“
„ich weiss es nicht.“
„ihre oma kann sich an nichts erinnern.“
ich antworte nicht: logo, sie hat ja auch eine demenz, sondern kaue weiter.
„haben sie geld abgehoben?“
„wie bitte?“
„waren sie auf der bank und haben das geld genommen?“
eine leise welle von wut steigt in mir hoch.
„nein. das habe ich nicht.“
„haben sie vielleicht geld für den umzug genommen?“
die leise welle verwandelt sich in einen sturm. ich kriege einen roten hals. ich bin stocksauer. ich habe es bisher in meinem leben nicht nötig gehabt, das geld meiner 84jährigen oma zu klauen.
mühsam schlucke ich die wut runter und antworte:
„nein.“
frau ganzgenau stutzt und meint:
„irgendjemand muss das geld geholt haben. und ihre oma war nicht alleine dort.“
ich gebe ihr recht, verweise auf die spitex, die ich mal drum gebeten habe.
frau ganzgenau grummelt und meint:
„dann frag ich die.“
wir hängen auf.

ich unterbreche dann das essen und gehe an die frische luft. ich bin sehr, sehr, sehr wütend. das hat mir doch noch keine gesagt. ich verspüre grosse lust, einen kleinen schneemann zu zertrümmern, tue es aber nicht. ich informiere sascha.

fortsetzung folgt.

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Ein Gedanke zu “kommunikation ist glückssache

  1. Warum die Wut hinter einem Lächeln verbergen? Es ist wichtig, dass wir diese berechtigte Wut auch aussprechen und deutlich machen!!! Das nächst
    mal würde ich ihr mal ganz genau die Meinung sagen.

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